Neubau der Lutzbrücke zwischen Ludesch und Thüringen
Nach mehr als 120 Jahren wird die bestehende Lutzbrücke durch einen Neubau ersetzt. Ab Mitte November wird der Verkehr über eine zweispurige Behelfsbrücke geführt. Die Fertigstellung der neuen Brücke ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Die Lutzbrücke auf der L193 verbindet seit vielen Jahrzehnten die Gemeinden Ludesch und Thüringen. Nun steht eine umfassende Erneuerung an. Ab Mitte November soll der Verkehr über eine eigens errichtete Behelfsbrücke geführt werden. Anschließend beginnt der vollständige Abbruch der bestehenden Brückenkonstruktion.
Wie Marco Meier von der Straßenbauabteilung des Landes Vorarlberg erklärt, ist ein kompletter Rückbau notwendig, da die bisherige Brücke den heutigen technischen Anforderungen nicht mehr entspricht.
Über 120 Jahre Brückengeschichte
Die Ursprünge der bestehenden Lutzbrücke reichen bis ins Jahr 1904 zurück. Aus dieser Zeit stammen die Fundamente und der Unterbau. Der heute sichtbare Brückenbogen wurde hingegen erst 1946 auf den bereits vorhandenen Fundamenten errichtet.
Mittlerweile weist das Bauwerk laut Projektleiterin Aileen Vogel erhebliche Mängel im Erhaltungszustand auf. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Tragfähigkeit im Laufe der Jahrzehnte gestiegen. Nach eingehender Prüfung des baulichen Zustands sowie der zu erwartenden Sanierungs- und Erhaltungskosten entschied sich das Land Vorarlberg für einen vollständigen Neubau.
Behelfsbrücke sichert die Verkehrsverbindung
Um die Verbindung zwischen Ludesch und Thüringen während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten, wird unmittelbar neben der bestehenden Brücke eine provisorische Überführung errichtet. Die Vorbereitungsarbeiten dafür haben bereits Mitte September begonnen.
Die Behelfsbrücke wird über zwei Fahrspuren sowie einen separaten Gehweg verfügen. Nach Fertigstellung des Fahrbahnbelags soll der Verkehr ab Mitte November über das Provisorium geführt werden.
Im Anschluss erfolgt der schrittweise Abbruch der alten Lutzbrücke. Zunächst werden der obere Brückenteil und anschließend der Brückenbogen entfernt. Danach folgen der Unterbau und die Fundamente. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass keine Bauteile im Flussbett der Lutz zurückbleiben. Provisorische Leitdämme dienen während der Arbeiten dem Schutz der Baugrube.
Für die Arbeiten im Flussbereich wird bewusst die Zeit zwischen Anfang Oktober und Ende März genutzt, da die Lutz in diesen Monaten üblicherweise einen niedrigeren Wasserstand aufweist.
Neue Brücke mit Geh- und Radweg
Die neue Lutzbrücke wird am bisherigen Standort errichtet. Vorgesehen ist eine sogenannte integrale Rahmenbrücke, bei der das Tragwerk fest mit dem Unterbau verbunden ist. Dadurch kann auf bewegliche Lager und wartungsintensive Fugen verzichtet werden, was den künftigen Erhaltungsaufwand deutlich reduziert.
Die Fahrbahn wird künftig eine Breite von sieben Metern aufweisen und damit etwas breiter sein als bisher. Eine wesentliche Verbesserung stellt zudem der neue kombinierte Geh- und Radweg dar. Dieser bildet einen ersten Teilabschnitt der geplanten regionalen Radroute. Die weiteren Verbindungen sowie ein Umbau des Kreuzungsbereichs sind für nachfolgende Projekte vorgesehen.
Für die Errichtung der neuen Brücke werden rund 1.100 Kubikmeter Beton und etwa 170 Tonnen Baustahl benötigt.
Fertigstellung bis Mitte 2027 geplant
Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die neue Lutzbrücke bis Mitte 2027 für den Verkehr freigegeben werden. Anschließend folgen noch abschließende Arbeiten sowie der Rückbau der Behelfsbrücke. Das gesamte Bauvorhaben soll im dritten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
Für das Gesamtprojekt wurden im Zuge des Baubeschlusses im Dezember 2025 Kosten in Höhe von 5,25 Millionen Euro brutto veranschlagt.
Mit dem Neubau wird die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Ludesch und Thüringen langfristig gesichert und gleichzeitig eine Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen.











